Energielexikon

Was sind Swap-Geschäfte? Und was meint das Zweistrommodell? Im Folgenden haben unsere Experten zentrale Begrifflichkeiten aus der Energiewirtschaft einfach und verständlich erklärt.

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A

ACER

Agency for the Cooperation of Energy Regulators.

Die europäische Agentur für die Zusammenarbeit der Regulierungsbehörden sitzt in Ljubljana, Slowenien, und hat die Aufgabe, die europäischen Energiemärkte im Sinne von Transparenz und Stabilität zu überwachen und zu regulieren.

ACER-Code

Der ACER-Registrierungscode wird von ACER an jeden registrierten Marktteilnehmer vergeben und ist eindeutig zuordenbar. Bei der Übermittlung von Transaktionen wird der Marktteilnehmer damit identifiziert.

Anlagentyp

Der Anlagentyp gehört zu den Stammdaten einer Erzeugungsanlage – genau wie etwa der Hersteller, Rotordurchmesser oder die Nabenhöhe.

Anschlussleistung

Die Anschlussleistung, auch Anschlusswert genannt, ist die maximal an der jeweiligen Anschlussstelle bereitgestellte und in der Auslegung der Installation zugrunde gelegte Leistung von elektrischer Energie, Gas oder Fernwärme. S. a. Einspeiseleistung.

Anzulegender Wert

Der Anzulegende Wert wird in Cent pro Kilowattstunde [€/kWh] definiert und dient der Berechnung der Marktprämie. Er stellt den primären Fördersatz für erneuerbare Energien dar, der über die EEG-Umlage finanziert wird. Laut dem EEG 2017 müssen Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen an einem Gebotsverfahren der Bundesnetzagentur zur Bestimmung des Anzulegenden Wertes für ihre Anlagen teilnehmen.

As-forecasted

Deutsch: wie prognostiziert.

Der Begriff as forecasted bezeichnet die Abnahme oder Lieferung von elektrischer Energie als Fahrplan entsprechend einer Prognose, die vor dem Erfüllungszeitpunkt für eine Anlage erstellt wurde (z.B. day-ahead).

As-produced

Deutsch: wie produziert.

Der Begriff as produced bezeichnet die Abnahme oder Lieferung von elektrischer Energie entsprechend der real erzeugten Energiemenge in einer Anlage.

Atomausstieg

Der Begriff Atomausstieg bezeichnet die politische Entscheidung eines Staates, den Betrieb von Kernkraftwerken einzustellen. In Deutschland bezieht er sich auf zwei Ereignisse:

1. Die im Jahr 2000 getroffene Vereinbarung der rot-grünen Bundesregierung mit den vier Kernkraftwerksbetreibern, die deutschen Kernkraftwerke nach dem Erzeugen bestimmter Strommengen abzuschalten (auch „Atomkonsens“ genannt).

2. Die Entscheidung des Deutschen Bundestages vom 30. Juni 2011, die im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung rückgängig zu machen, acht Kernkraftwerke dauerhaft abzuschalten und die übrigen neun zu bestimmten Zeitpunkten abzuschalten. Auslöser war die Nuklearkatastrophe von Fukushima (Japan) im März 2011.

Auktion

Die Auktion ist eine Handelsform an der Strombörse, bei der zunächst alle Kauf- und Verkaufsorder gesammelt werden, um daraus nach Handelsschluss den Market Clearing Price zu berechnen.

Ausgleichsenergie

Stromproduzenten und kommerzielle Stromabnehmer müssen die Strommenge prognostizieren, die von ihnen am Folgetag ins Netz eingespeist (also verkauft) bzw. aus dem Netz entnommen (also verbraucht) wird, damit die Netzsicherheit gewährleistet ist. Diese Prognosen werden Fahrpläne oder Profile genannt. Kommt es zu Abweichungen zwischen diesen Prognose-Fahrplänen und der realen Erzeugung oder dem realen Verbrauch wird diese Differenz von dem verantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber als Ausgleichsenergie geliefert und in Rechnung gestellt.

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Base

Deutsch: Grundlast.

Im Energiehandel ist das Base ein Handelsprodukt und beschreibt eine Lieferung mit konstanter Leistung von Montag bis Sonntag von 0:00 bis 24:00 Uhr.

Bilanzkreis

Ein Bilanzkreis ist ein virtuelles Energiemengenkonto für Strom und Gas. Der Bilanzkreis stellt die Verbindung zwischen der virtuellen Welt des Strom- und Gashandels und der physischen Welt der Energielieferung und der Netzstabilität her. In einem Bilanzkreis wird sichergestellt, dass nur die Energie verkauft oder geliefert wird, die produziert oder gefördert wurde.

Handelsgeschäfte im Großhandel mit physischer Erfüllung werden als Fahrplanlieferungen zwischen verschiedenen Bilanzkreisen dargestellt und dem Netzbetreiber übermittelt. Es gibt spezielle Börsenbilanzkreise für die Abwicklung von Geschäften am Spotmarkt.

Bilanzkreismanagement

Das Bilanzkreismanagement deckt folgende Aufgaben ab:

  • Tägliche Übermittlung von Lastprognosen von Verbrauchern, Einsatzfahrplänen von Kraftwerken, Einspeisung von Speichern sowie von Fahrplänen von Energiehandelsgeschäften an den Übertragungsnetzbetreiber.
  • Ermittlung der tatsächlichen Verbräuche nach Verbrauchergruppen durch den Verteilnetzbetreiber.
  • Abrechnung der Ausgleichsenergie durch den Übertragungsnetzbetreiber an die Bilanzkreisverantwortlichen.

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Counterparts

Der Begriff Counterpart bezeichnet einen Handelspartner im Energiehandel.

CPPA

Corporate Power Purchase Agreement.

Bei einem Power Purchase Agreement (PPA) handelt es sich um einen bilateralen langfristigen Stromliefervertrag, der zwischen einem Verkäufer (Anlagenbetreiber) und einem Käufer (ein Stromabnehmer wie ein Energieversorger oder industrieller Großverbraucher) geschlossen wird. Der Vertrag regelt die Lieferung einer Strommenge zu einem festgelegten Preis oder einem gleichwertigen finanziellen Ausgleich. Den Begriff Corporate Power Purchase Agreement verwendet man, wenn der Käufer ein Unternehmen ist.

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D

Day-ahead-Markt

Der Day-ahead-Markt bezeichnet den Handel von Strom für den folgenden Tag, der zum Beispiel an der EPEX Spot in Paris, dem Spotmarkt der European Power Exchange, an der Energy Exchange Austria in Wien oder im Over-the-Counter-Handel stattfindet. Stellenweise wird auch der Begriff Auktionsmarkt verwendet.

Direktvermarktung

Direktvermarktung EEG-Anlagen, die nach dem 01.01.2016 in Betrieb genommen wurden und mehr als 100 kW installierte Leistung haben, müssen gemäß EEG 2017 an der verpflichtenden Direktvermarktung teilnehmen, d.h. der erzeugte Strom wird im Rahmen des Marktprämienmodells direkt an der Strombörse EEX vermarktet. Der Anlagenbetreiber erhält Erlöse aus der Vermarktung an der Strombörse (den Marktwert) sowie die Marktprämie von dem zuständigen Verteilnetzbetrieber. Die Summe aus Börsenerlös und Marktprämie entspricht dabei mindestens der Höhe der fixen Einspeisevergütung. Die optionale Direktvermarktung gilt für Bestandsanlagen, die vor dem 01.01.2016 in Betrieb genommen wurden.

E

EEG

Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und garantiert den Erzeugern feste Einspeisevergütungen. Die aktuell geltende Version ist das EEG 2017.

EEG-Anlageschlüssel

Der EEG-Anlagenschlüssel ist ein gesetzlich festgelegtes, eindeutiges Identifizierungsmerkmal einer Erneuerbare-Energien-Anlage. Der Netzbetreiber vergibt den Anlagenschlüssel bei der erstmaligen Anmeldung der Anlage. Der Schlüssel besteht aus einem "E" für erneuerbare Energien und 33 Ziffern.

EEX

European Energy Exchange.

Die European Energy Exchange in Leipzig ist ein Marktplatz für Energie und energienahe Produkte und Teil der EEX Gruppe. Die EEX unterliegt als öffentlich-rechtliche Institution dem deutschen Börsengesetz.

Einbaubeleg

Der Einbaubeleg ist ein Schreiben, das bestätigt, dass die zur Fernsteuerung einer Erneuerbare-Energien-Anlage benötigte Hard- und Software installiert und getestet wurde. Im Einbaubeleg wird u.a. der EEG-Anlagenschlüssel genannt.

Einspeiseleistung

Mit Einspeiseleistung ist die Leistung gemeint, die tatsächlich in das Netz eingespeist wird, also abzüglich aller Verluste. Zu unterscheiden ist hier zwischen Solar (von kWp als Anschlusswert bis zur Einspeisung) und Wind (mit Verlusten durch Generatoren etc.). S. a. Anschlussleistung.

Einspeisemanagement

Einspeisemanagement, abgekürzt auch Eisman oder Einsman, bedeutet, dass ein Netzbetreiber die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien abregelt. Diese Zwangsabregelung wird notwendig, wenn einzelne Abschnitte eines Verteil- oder Übertragungsnetzes überlastet sind und ein Engpass die Versorgungssicherheit bedroht. Konkret bedeutet dies, dass z.B. Windkraftanlagen aus dem Wind gedreht oder Wechselrichter bei Solaranlagen ausgeschaltet werden. Die abgeregelte Energie wird als Ausfallarbeit bezeichnet.

Einstrommodell

Einstrommodell und Zweistrommodell sind Begriffe aus der Direktvermarktung. Beim Zweistrommodell erhält der Anlagenbetreiber vom Direktvermarkter den Monatsmarktwert abzüglich des Entgelts für den Direktvermarkter. Die Marktprämie erhält der Anlagenbetreiber nach wie vor vom Netzbetreiber. Im Falle der Insolvenz des Direktvermarkters würde der Anlagenbetreiber „nur“ den Monatsmarktwert verlieren, die Marktprämie würde hingegen weiterhin vom Netzbetreiber gezahlt. Somit sichert das Zweistrommodell den Anlagenbetreiber besser ab.

Im Gegensatz dazu erhält der Anlagenbetreiber beim Einstrommodell vom Direktvermarkter eine Vergütung in Höhe des anzulegenden Wertes abzüglich des Direktvermarkter-Entgelts sowie die Marktprämie, die er ansonsten vom Netzbetreiber erhalten würden.

Bei Vattenfall bieten wir lediglich das Zweistrommodell an.

Energiewende

Energiewende ist der Übergang von der Nutzung von fossilen Energieträgern und Kernenergie zu einer nachhaltigen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien. Ziel der Energiewende ist es, die von der konventionellen Energieerzeugung verursachten ökologischen Probleme zu minimieren und die dabei anfallenden, bisher im kaum eingepreisten, externen Kosten zu internalisieren. Angesichts der globalen Erwärmung ist besonders die Dekarbonisierung der Energiewirtschaft von Bedeutung. Die Energiewende umfasst die drei Sektoren Strom, Wärme und Mobilität.

EnWG

Energiewirtschaftsgesetz

Die Ziele des EnWG sind

  • die „sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche“ leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht,
  • die „Sicherstellung eines wirksamen und unverfälschten Wettbewerbs bei der Versorgung mit Elektrizität und Gas und die Sicherung eines langfristig angelegten leistungsfähigen und zuverlässigen Betriebs von Energieversorgungsnetzen“ und
  • die Umsetzung und Durchsetzung des Energierechts der Europäischen Gemeinschaft.
EPEX-Preise

European Power Exchange, EPEX SPOT

Die europäische Strombörse EPEX SPOT SE ist eine Börse für kurzfristigen Stromhandel in Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Belgien, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Wenn man von EPEX-Preisen spricht, sind damit die Clearing-Preise der jeweiligen Produkte gemeint, zum Beispiel im Day-ahead- und Intraday-Handel.

EPEX-Spot

European Power Exchange, EPEX SPOT

Die europäische Strombörse EPEX SPOT SE ist eine Börse für kurzfristigen Stromgroßhandel in Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Belgien, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Die EPEX SPOT wurde 2008 gegründet und hat ihren Sitz in Paris.

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Fahrplan

Um die Netzstabilität zu gewährleisten, muss jeder Stromproduzent und jeder kommerzielle Stromabnehmer (z.B. Energieversorger oder Industrieunternehmen) die Strommenge prognostizieren, die von ihm am Folgetag ins Netz eingespeist bzw. aus dem Netz entnommen wird. Diese Prognosen in stündlicher Auflösung, auch „Fahrpläne“ oder „Profile“ genannt, müssen einen Tag vor Lieferung und Abnahme beim Übertragungsnetzbetreiber eingereicht werden.

Fernsteuerbarkeit

Fernsteuerbarkeit ist ein Begriff aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Sie bedeutet, dass mit Soft- und Hardware die Stromproduktion von Erzeugungsanlagen mittels Fernsteuerung sowohl vom Netzbetreiber bei Netzengpässen als auch vom Direktvermarkter gesteuert werden kann.

Fixpreis

Mit Fixpreis bezeichnet man einen vertraglich festgelegten Preis für die Erbringung einer Leistung über die gesamte Laufzeit eines Vertrages – zum Beispiel ein Fixpreis über 10 Jahre Laufzeit im Rahmen eines PPAs.

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G

Green Corporate PPA

Green Corporate Power Purchase Agreements.

Ein PPA ist ein langfristiger Vertrag zur Stromabnahme bzw. Strombelieferung. Green steht dafür, dass der Strom aus einer Erneuerbare-Energien-Anlage stammt, Corporate bedeutet, dass der Stromabnehmer ein Industrieunternehmen ist.

Greenfield PPA

Ein Greenfield PPA ist ein langfristiger Vertrag zur Stromabnahme aus einer neu errichteten Erneuerbare-Energien-Anlage.

Grünstromzertifikat

Grünstromzertifikate (engl. Renewable Energy Certificates (RECs), Green Tags, Renewable Energy Credits oder Tradable Renewable Certificates (TRCs)) sind offizielle Bescheinigungen, dass eine bestimmte Menge elektrischer Energie aus erneuerbaren Energiequellen produziert wurde. Grünstromzertifikate sind unabhängig von der produzierten Energie handelbar.

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Herkunftsnachweis

Der Herkunftsnachweis ist ein elektronisches Dokument, das sowohl in Deutschland als auch in Europa die Herkunft von Strom aus erneuerbaren Energiequellen bescheinigt. Er bescheinigt, mit welcher Technologie (Solar, Wind etc.) an welchem Standort (Deutschland, Schweden, etc.) und aus welcher Anlage Strom aus erneuerbaren Energien produziert wurde. Gleichzeitig sorgt dieses Dokument dafür, dass diese Qualität nur einmal verkauft werden kann, aber mehrfach gehandelt werden kann. Anlagen, die eine Vergütung auf Grundlage des EEG erhalten, dürfen aufgrund des Doppelvermarktungsverbotes keine Herkunftsnachweise weitergeben.

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Intraday Trading

Der Intraday-Handel erlaubt die sehr kurzfristige Korrektur von Fehlmengen und Überschüssen zur Vermeidung von Ausgleichsenergiekosten. Er ist unterteilt in den Auktionshandel und den kontinuierlichen Handel. Im Auktionshandel werden 15-Minuten-Kontrakte für den Folgetag bis zur Gate Closure um 15 Uhr gehandelt. Der kontinuierliche Handel kommt dem Lieferzeitpunkt am nächsten: Er öffnet um 16 Uhr, also eine Stunde nach Schließung des Intraday-Auktionshandels. Ab diesem Zeitpunkt kann kontinuierlich mit Stunden-, Halbstunden- und Viertelstunden sowie Blockprodukten gehandelt werden. Im Gegensatz zur Auktion kommt im kontinuierlichen Handel ein Geschäft immer dann zustande, wenn ein Kaufangebot mindestens so hoch ist wie ein an der Börse vorliegendes Verkaufangebot bzw. ein Verkaufangebot nicht höher ist als ein vorliegendes Kaufangebot.

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Jahreshöchstlast

Die Jahreshöchstlast beträgt in Deutschland derzeit etwa 75 bis 80 Gigawatt. Sie spiegelt den höchsten Verbrauch, also die höchste Entnahme aus dem Stromnetz, wieder.

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K

Klimaziele

Im Rahmen der deutschen, europäischen und internationalen Klimapolitik werden zum Schutz des Klimas und zur Begrenzung der Erderwärmung unterschiedliche Klimaziele verfolgt, zum Beispiel das Zwei-Grad-Ziel, das die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung begrenzen soll.

Zentrales Ziel der deutschen Klimaschutzpolitik ist die Minderung von Treibhausgasemissionen: So sollen die nationalen Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent unter das Niveau von 1990 reduziert werden.

Kohleausstieg

Der Begriff Kohleausstieg bezeichnet die Pläne der Bundesregierung, die Produktion von Strom in Kohlekraftwerken zum Schutz des Klimas zu beenden. Eine eingesetzte Kommission hat im Januar 2019 Empfehlungen für Maßnahmen präsentiert, die Klimaschutz, Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzschutz berücksichtigen: Die Kohleverstromung soll schrittweise reduziert und beendet werden. Als Zielmarken sind die Jahre 2022 mit 30 Gigawatt (je 15 GW Braun- bzw. Steinkohle) und 2030 mit 17 Gigawatt Kapazität (9 GW Braun- und 8 GW Steinkohle) festgelegt. Spätestens im Jahr 2038 sollen keine Kohlekapazitäten mehr am Netz sein und der Neubau von Kohlekraftwerken nicht mehr genehmigt werden.

L

Lastgang

Ein Lastgang ist eine Zeitreihe, die bei Strom viertelstündlich und bei Gas stündlich die Leistung angibt, die zwischen Bilanzkreisen ausgetauscht bzw. am Einspeise- oder Entnahmeknoten eingespeist oder entnommen wird. Siehe auch Fahrplan. Siehe auch Stromprofil.

M

MaBIS

Die Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBiS) sind ein Beschluss der Bundesnetzagentur. Mit diesem Beschluss reguliert die Behörde alle mit der Bilanzkreisabrechnung in Zusammenhang stehenden Geschäftsprozesse und die Marktkommunikation.

Marktlokation

An einer Marktlokation wird Energie entweder erzeugt oder verbraucht. Sie ist mit mindestens einer Leitung mit dem Netz verbunden. Bisher gab es für die Bezeichnung Marktlokation verschiedene Begriffe, so wurde sie unter anderem als Lieferstelle, Entnahmestelle, Ausspeisestelle, Messstelle oder Zählpunkt bezeichnet.

Marktprämie

Wer Strom aus erneuerbaren Energien direkt vermarktet, verkauft ihn in den meisten Fällen über das Marktprämienmodell an der Strombörse. Anstelle der EEG-Förderung bekommt er einen durchschnittlichen Monatsmarktwert und die Marktprämie. Somit gleicht die Marktprämie die Differenz zwischen dem gewichteten Strom-Großhandelspreis und der anlagenspezifischen Förderhöhe aus.

Marktwert

Der Marktwert ist ein Teil der Erlöse, die ein Betreiber von EEG-Anlagen im Rahmen der Direktvermarktung erhält. Der Marktwert wird monatlich veröffentlicht und spiegelt den Wert des eingespeisten Stroms in Abhängigkeit von der Technologie wider, den dieser bei der Vermarktung an der EPEX erzielt.

MPES

MPES steht für Marktprozesse für erzeugende Marktlokationen (Strom). Die durch die Bundesnetzagentur geregelten Prozesse sind gültig seit 1.12.2019 und finden Anwendung für Marktlokationen, die Strom erzeugen und deren erzeugte Mengen den Lieferanten wechseln können.

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N

Netzbetreiber

Die Netzbetreiber betreiben das Stromnetz auf den unterschiedlichen Spannungsebenen: Höchstspannung, Hochspannung, Mittelspannung, Niederspannung.

O

Onlinemessung

Die Onlinemessung ist die technische Voraussetzung für die Fernsteuerbarkeit.

Onshore / Offshore

Onshore= auf dem Festland / offshore = auf hoher See

Onshore und offshore sind Bezeichnungen für Standorte für Windparks. Für beide Varianten gelten unterschiedliche EEG-Vergütungssätze.

OTC-Markt

Over-the-Counter-Markt

OTC ist die Bezeichnung für den bilaeralen Stromhandel, auch mit Vermittlung durch einen Broker.

P

Pauschalabrechnungsverfahren

Werden Erneuerbare-Energien-Anlagen im Rahmen des Einspeisemanagements abgeregelt, so muss der Netzbetreiber den Anlagenbetreiber für den nicht eingespeisten Strom entschädigen. Dies geschieht nach dem Pauschalabrechnungsverfahren oder dem Spitzabrechnungsverfahren.

Beim Pauschalabrechnungsverfahren wird die Anlagenleistung der letzten Viertelstunde pauschal für die Zeit der Regelung angesetzt. Beim Spitzabrechnungsverfahren wird der hypothetische Einspeiseverlauf anhand von Wetterdaten wie Sonneneinstrahlung oder Windstärke ermittelt und abgerechnet.

Peak

Deutsch: Spitzenlast.

Im Energiehandel ist Peak ein Strom-Handelsprodukt und beschreibt eine Lieferung mit konstanter Leistung von Montag bis Freitag von 8:00 bis 20:00 Uhr.

Post-EEG-Anlagen

Mit Post-EEG bezeichnet man Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, die aus der EEG-Förderung laufen. Für diese kommt zum Beispiel ein Weiterbetrieb infrage.

PPAs

Bei einem Power Purchase Agreement (PPA) handelt es sich um einen bilateralen, langfristigen Stromliefervertrag, der zwischen einem Verkäufer (Anlagenbetreiber) und einem Käufer (ein Stromabnehmer wie ein Energieversorger oder industrieller Großverbraucher) geschlossen wird. Der Vertrag regelt die Lieferung einer Strommenge zu einem festgelegten Preis oder einem gleichwertigen finanziellen Ausgleich.

Arten:

Bei einem On-Site-PPA besteht eine physische Nähe zwischen Erzeugungsanlage und Abnehmer, zum Beispiel wenn die Anlage auf dem Gelände eines Industrieunternehmens steht. Somit findet eine direkte physische Lieferung statt, ohne das öffentliche Stromnetz zu nutzen.

Bei einem Off-Site-PPA liefert der Erzeuger den Strom durch das öffentliche Netz an den Verbraucher. Daher ist eine zusätzliche Abwicklung der Mengen über die involvierten Bilanzkreise nötig.

Bei einem Sleeved PPA fungiert ein Energiedienstleister als Intermediär zwischen Erzeuger und Abnehmer, indem er Prozesse und Dienstleistungen wie Prognosen oder Bilanzkreismanagement übernimmt.

Bei synthetischen oder virtuellen PPAs kommen Stromproduzenten und Verbraucher aus verschiedenen Preiszonen zusammen und der physische Stromfluss ist vom finanziellen Geldfluss entkoppelt.

Preisabsicherung

Um vor schwankenden (volatilen) Preisen in der Zukunft unabhängig zu werden, besteht an den Börsen die Möglichkeit sich Preise auf dem Terminmarkt, d.h. die Lieferung einer Ware (z.B. Strom) in der Zukunft, im Vorhinein zu sichern. Im Energiehandel bezeichnet man die Preisabsicherung als Hedging.

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R

Redispatch, Redispatch 2.0

Der Begriff Redispatch bezeichnet die Änderung des geplanten Kraftwerkseinsatzes. Zur Sicherung der Netzstabilität erstellen Übertragungsnetzbetreiber eine Übersicht über die voraussichtliche Ein- und Ausspeisung auf den unterschiedlichen Netzebenen. Wenn die tatsächliche Einspeisung oder Entnahme abweicht und Netzengpässe erwartet werden, ergreifen sie Redispatch-Maßnahmen. Zum Beispiel werden Kraftwerke aktiviert oder angewiesen, ihre Leistung zu erhöhen. Gleichzeitig werden Kraftwerke in der Nähe des Engpasses angewiesen, ihre Leistung zu reduzieren. Redispatch wird derzeit mit Kraftwerken ab 10 MW durchgeführt.

Beim Redispatch 2.0 sollen ab Oktober 2021 auch kleinere Erneuerbare-Energien-Anlagen, KWK-Anlagen sowie Anlagen, die jederzeit durch einen Netzbetreiber fernsteuerbar sind, in die Redispatch-Maßnahmen einbezogen werden.

Weiterführende Informationen zum Redispatch 2.0 Projekt finden Sie unter: https://www.bdew.de/energie/redispatch-20/

REMIT

REMIT steht für „Regulation on Wholesale Energy Market Integrity and Transparency“ und bezeichnet die EU Verordnung Nr. 1227/2011 vom 28. Dezember 2011. Die Verordnung über die Integrität und Transparenz des Energiegroßhandelsmarkts hat das Ziel, Insider-Handel und Marktmanipulation zu bekämpfen.

Regelenergie

Die Regelenergie gewährleistet den kurzfristigen Ausgleich zwischen Stromerzeugung und Strombedarf auch unter Berücksichtigung von unvorhergesehenen Ereignissen im Stromnetz. Dazu kann die Leistung regelfähiger Kraftwerke kurzfristig auf Anforderungen von dem verantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber angepasst, schnell anlaufende Kraftwerke wie Gasturbinen gestartet oder Pumpspeicherkraftwerke eingesetzt werden. Alternativ können bestimmte Stromkunden mit Laststeuerung vom Netz getrennt werden. S. a. Ausgleichsenergie.

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Spitzabrechnungsverfahren

Werden Erneuerbare-Energien-Anlagen im Rahmen des Einspeisemanagements abgeregelt, so muss der Netzbetreiber den Anlagenbetreiber für den nicht eingespeisten Strom entschädigen. Dies geschieht nach dem Pauschalabrechnungsverfahren oder dem Spitzabrechnungsverfahren.

Beim Pauschalabrechnungsverfahren wird die Anlagenleistung der letzten Viertelstunde pauschal für die Zeit der Regelung angesetzt. Beim Spitzabrechnungsverfahren wird der hypothetische Einspeiseverlauf anhand von Wetterdaten wie Sonneneinstrahlung oder Windstärke ermittelt und abgerechnet.

Stammdaten

Zu den Stammdaten einer Erzeugungsanlage gehören technische Daten wie Geo-Koordinaten oder speziell bei Solaranlagen die Ausrichtung und Neigung der Solarmodule und bei Windanlagen der Hersteller, Anlagentyp, Rotordurchmesser und die Nabenhöhe. Es gehören aber auch kaufmännische Daten wie der Vertragspartner oder die Bankverbindung dazu.

Stromprofil

Die Begriffe Lastprofil, Lastgang, Lastkurve, Lastganglinie, Lastgangkennlinie oder, je nach Zeitachse, auch Tages- oder Jahresgang bezeichnen den Verlauf der abgenommenen Leistung über eine zeitliche Periode.

Mithilfe eines Standardlastprofils (SLP) kann der Lastgang einer Marktlokation ohne registrierende Leistungsmessung prognostiziert und bilanziert werden.

Stromprofilstrukturierung

Als Strukturierung bezeichnet man im Energiehandel die Überführung eines Lastprofils eines Stromabnehmers in geeignete Handelsprodukte (Base und Peak) im Energiegroßhandel. Das Ziel ist eine möglichst passgenaue, kostengünstige und risikoarme Beschaffung der prognostizierten, benötigten Energiemengen.

Swap-Geschäfte

Swap (englisch: Tausch) ist ein Begriff aus dem Energiehandel. Dabei wird bei einer Transaktion zwischen zwei Parteien ein variabler Preis für einen definierten Zeitraum in einen Fixpreis umgewandelt. Der Vorgang ist eine reine Finanztransaktion, es erfolgt keine physische Lieferung. Im Vertrag sind Laufzeiten, Mengen und Preise festgelegt. Auftretende Preisdifferenzen werden in vorher vereinbarten Perioden ausgeglichen. Es gibt auch Swaps, bei denen ein variabler Preis in einen anderen variablen Preis umgewandelt wird.

System Operator Guideline SOGL

Die System Operator Guideline oder auch SO-Verordnung 2017/1485 ist eine Leitlinie für den Übertragungsnetzbetrieb. Sie beinhaltet harmonisierte Vorschriften für den Netzbetrieb für Übertragungsnetzbetreiber, Verteilernetzbetreiber und signifikante Netznutzer und bildet damit einen gemeinsamen Rechtsrahmen für den Netzbetrieb in der EU. Das Ziel ist es, den Stromhandel zu erleichtern, die Systemsicherheit zu gewährleisten, die Verfügbarkeit und den Austausch von Daten sicherzustellen, erneuerbare Energien zu integrieren und die Netznutzung effizient zu gestalten. Dazu enthält die Verordnung zahlreiche Verpflichtungen zur Ausgestaltung von Methoden und Prozessen.

Weiterführende Informationen zum SOGL-Datenaustausch finden Sie unter: https://www.netztransparenz.de/EU-Network-Codes/SO-Verordnung/Datenaustausch

U

Übertragungsnetzbetreiber

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB oder englisch Transmission System Operator (TSO)) betreiben das Stromnetz auf der höchsten Spannungsebene, dem Höchstspannung. Dieses ist in Deutschland in vier Regelzonen aufgeteilt, die von Tennet TSO, 50Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW betrieben werden.

V

Verteilnetzbetreiber

Ein Verteilnetzbetreiber unterhält Stromnetze auf den Netzebenen im Niederspannungs-, Mittelspannungs- und Hochspannungsbereich zur regionalen Stromversorgung. Ein Verteilnetzbetreiber ist somit dem Übertragungsnetzbetreiber nachgelagert.

Virtuelles Kraftwerk

Als virtuelles Kraftwerk bezeichnet man ein Softwaresystem, das mehrere erneuerbare Erzeugungsanlagen bündelt und gemeinsam steuer- und vermarktbar macht.

W

Weiterbetrieb

Der Begriff Weiterbetrieb bezeichnet den Betrieb einer Erneuerbare-Energien-Anlage nach Auslaufen der EEG-Förderung. S. a. Post-EEG-Anlagen.

Whitepaper

Ein Whitepaper oder White Paper ist ein Aufsatz, der eine Übersicht über Leistungen, Standards, Technik, Fallstudien oder Marktforschungsergebnisse bietet. Whitepaper behandeln dabei Vor- und Nachteile, Kosten, Einsparpotenziale oder den Stand der Forschung. Whitepaper sind nicht werblich, sondern eher wissenschaftlich angehaucht.

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Zählpunkt

Zählpunkt ist die Bezeichnung für den Punkt, an dem Versorgungsleistungen wie Strom, Gas, Wärme oder Wasser an Verbraucher geleistet werden. Dem Zählpunkt wird eine eindeutige Bezeichnung, die Zählpunktbezeichnung, zugeordnet. Ein Zählpunkt kann ein Stromzähler eines Hauses sein oder auch mehrere Messstellen, die zu einem virtuellen Zählpunkt zusammengefasst werden, etwa bei einem Unternehmen mit mehreren Übergabestellen.

Zweistrommodell

Zweistrommodell ist ein Begriff aus der Direktvermarktung. Hierbei erhält der Anlagenbetreiber vom Direktvermarkter den Monatsmarktwert abzüglich des Entgelts für den Direktvermarkter. Die Marktprämie erhält der Anlagenbetreiber nach wie vor vom Netzbetreiber. Im Falle der Insolvenz des Direktvermarkters würde der Anlagenbetreiber „nur“ den Monatsmarktwert verlieren, die Marktprämie würde hingegen weiterhin vom Netzbetreiber gezahlt. Somit sichert das Zweistrommodell den Anlagenbetreiber besser ab.

Im Gegensatz dazu erhält der Anlagenbetreiber beim Einstrommodell vom Direktvermarkter eine Vergütung in Höhe des anzulegenden Wertes abzüglich des Direktvermarkter-Entgelts sowie die Marktprämie, die er ansonsten vom Netzbetreiber erhalten würden.

Bei Vattenfall bieten wir lediglich das Zweistrommodell an.