Freileitungsmasten aus Stahl beim Abendhimmel.

System Operator Guideline

Die System Operator Guideline (SOGL) geht in die Umsetzung: Mehr Daten, höhere Transparenz, sichere Prozesse – wie viele andere EU-Verordnungen zielt auch die SOGL darauf ab. Neu ist, dass dabei auch die erneuerbaren Energien immer mehr in die Pflicht genommen werden.

Oktober 2020
 

Fast wirkt es so, als sei die System Operator Guideline, oder auch SO-Verordnung 2017/1485, eine Vorbereitung für den Redispatch 2.0: Die Verordnung hat zum Ziel, den Stromhandel zu erleichtern, die Systemsicherheit zu gewährleisten, die Verfügbarkeit und den Austausch von Daten sicherzustellen sowie die Netznutzung effizient zu gestalten. Um das zu erreichen, beinhaltet sie harmonisierte Vorschriften für Übertragungs- und Verteilernetzbetreiber sowie signifikante Netznutzer. Und – und das ist wichtig – sie wird die erneuerbaren Energien integrieren.

Die SOGL berechtigt und verpflichtet Netzbetreiber unter anderem dazu, Grenzwerte einzuhalten, Informationen bereitzustellen, Daten einzuholen und Intraday-Netzmodelle zu generieren und zu übermitteln. Dazu müssen alle Anlagenbetreiber – oder ihre Einsatzverantwortlichen – Daten an die vorgelagerten Netzbetreiber liefern. Dabei ist entsprechend der Anlagengröße festgelegt, welche Daten je Netzanschlusspunkt bereitgestellt werden müssen.

So müssen Betreiber von Kleinstanlagen unter einem Megawatt installierter Leistung nur Stammdaten liefern. Betreiber von Anlagen ab einem Megawatt müssen zusätzlich Echtzeitdaten und Informationen über die Nichtbeanspruchbarkeit, also zum Beispiel Revisionen, übermitteln. Und für Anlagen ab zehn Megawatt müssen zusätzlich Planungsdaten bereitstehen. Wind- und Solaranlagen sind davon ausgeschlossen, wenn sie nicht an das Übertragungsnetz angeschlossen sind.
 

Erneuerbare entwachsen den Kinderschuhen

Prozesse insbesondere im Netz zu standardisieren, effizienter zu gestalten und insgesamt die Prozessqualität zu steigern, ist auf europäischer Ebene enorm wichtig. Dass dabei auch die erneuerbaren Energien einbezogen werden, die mittlerweile zu einem großen Teil der europäischen Stromversorgung beitragen, ist ein logischer Schritt. Die Verantwortung auf Seiten der Betreiber wächst damit zunehmend und ihre Aufgaben gehen über das reine Einspeisen hinaus.
 

Großer Aufwand für kleine Betreiber

Für kleinere Anlagenbetreiber oder Direktvermarkter wird das einen ordentlichen Aufwand bedeuten, denn es ist weder einfach noch günstig, alle nötigen Datenverbindungen aufzubauen – besonders aufwändig wird es, wenn man Anlagen oder Parks in unterschiedlichen Regelzonen betreibt. Bei Vattenfall sind Forecasting- und Redispatch-Prozesse etabliert und hoch standardisiert. Das ermöglicht uns, die Verpflichtungen aus der SOGL für unsere Kunden mit Erneuerbare-Energien-Anlagen zu übernehmen und Unterstützung über die bestehenden Direktvermarktungsverträge hinaus anzubieten.


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