Begriffe kurz erklärt
Hier noch ein Überblick über die unterschiedlichen Bedeutungen des Begriffs Broker - je nachdem, wer ihn verwendet:
Am Beispiel des Stromhandels zeigt sich, dass Broker im Energiehandel eine wesentliche Rolle spielen: Während nur etwa ein Viertel der täglich gehandelten Strommengen über die Börsen EEX und EPEX Spot abgewickelt wird, werden drei Viertel bilateral (OTC) gehandelt. Sowohl im Spotmarkt als auch im Terminmarkt gibt es eine Vielzahl an Händlern, die Mengen anbieten oder kaufen möchten. Hier den Überblick zu behalten und Kontakt zu möglichst vielen anderen Energie Tradern zu haben, ist für einzelne Händler oder Unternehmen fast unmöglich. Daher nutzen sie Broker als Vermittler.
Broker führen die Mengen vieler Marktteilnehmer zusammen. Sie bieten ihren Kunden Zugang zu ihren Energiepools und leiten Preise, Angebote, Anfragen oder Aufträge an andere Marktteilnehmer weiter. Somit vermitteln sie und erleichtern den Abschluss bilateraler Verträge zwischen Produzenten, Handelsunternehmen, Versorgungern oder Banken. Dies funktioniert zum Beispiel über das Voice Broking, bei dem der Broker direkt per Mikrofon und Lautsprecher beim Händler zu hören ist und aktuelle Angebote durchgibt. Darüber hinaus bieten viele Broker digitale Plattformen oder hybride Lösungen.
Zu den wichtigsten Produkten gehören Strom, Gas, Kohle, Rohöl und raffinierte Erdölprodukte sowie Emissionsrechte.
Während der Broker vermittelt und somit Liquidität bereitstellt, ist der Händler selbst der Auftraggeber einer Transaktion. Der bilaterale Handel findet zwar außerhalb der Strombörsen statt und ist weniger reguliert. Dennoch gelten für die Dienstleistungen von Brokern bestimmte Marktregeln, Konventionen und vorab vereinbarte Geschäftsbedingungen. Zu den wichtigsten rechtlichen Grundlagen gehört die EU-Verordnung über Märkte für Finanzinstrumente MiFIR (Markets in Financial Instruments Regulation). Sie beinhaltet umfassende Regeln für den Handel mit Finanzinstrumenten sowie Meldepflichten. Dies sorgt vor allem für Transparenz.
Der Handel über eine Broker oder eine Broker-Plattform hat für Marktteilnehmer viele Vorteile. Dazu gehören:
Broker kommunizieren Preise und Gebote über unterschiedliche Medien. Dazu gehören das Telefon, Messenger, electronische Screens, Matchingsysteme oder elektronische Handelsplattformen.
Im Gegensatz zu Händlern, die selbst Mengen handeln, führen Großhandelsmarkt-Broker die Kundenaufträge nicht aus. Sie nehmen nicht selbst Positionen ein und sichern die Geschäfte nicht selbst über Risikokomponenten ab. Ebenso erstellen sie keine Abrechnungen und bieten kein Clearing. Sie leiten abgeschlossene oder mutmaßliche Geschäfte an die beiden zusammengeführten Parteien weiter.
Der Broker veröffentlicht Preise und Volumina. Bei mündlich vereinbarten Geschäften müssen diese vor Abschluss des Handels bestätigt werden. Bei Produkten mit elektronischem Orderbuch stehen die Preise und Volumina in der Regel fest und werden ohne weitere Kommunikation gehandelt.
Sobald der Handelspreis, das Volumen und die Bedingungen vereinbart wurden, legt der Broker die Namen der Gegenparteien offen. In der Folge bestätigen die beiden Parteien die Vereinbarung schriftlich und der Broker zieht sich aus der Transaktion zurück. Anschließend stellt der Energiebroker seine Maklergebühr in Rechnung. Diese bezieht sich meist auf die gehandelte Megawattstunden. Die Ausführungsgebühr oder Maklerprovision muss fair, transparent und nichtdiskriminierend sein. Sie wird zwischen dem Händler und dem Makler vorab pro Produkt vereinbart, häufig mit Mengenrabatten oder anderen Gebührenrabatten auf der Grundlage der Market-Making-Aktivitäten.
Viele Großhandelsmarktplätze und Broker für Energie bieten eigene, zugelassenen Handelsplätze an. Darauf können Produzenten und Abnehmer Mengen, die sie kaufen oder verkaufen wollen, eigenständig einstellen. So haben Energy Trader direkten Zugang zu aktuellen Großhandelspreisen und angebotenen Produkten und Mengen.
Der Handel über Plattformen unterliegt speziellen Regeln, zum Beispiel in Bezug auf Zugang, Onboarding, Verhalten, Transparenz und Berichterstattung. Dazu gehören Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen, die vor allem Themen wie Marktmissbrauch und Geldwäsche verhindern sollen. Andere Vorschriften regeln das Verhalten in Bezug auf die Bezahlung von Rechnungen und die Finanzberichterstattung.
Neben den Brokern im Energiehandel werden die Begriffe Energiebroker, Strombroker oder Gasbroker auch im Bereich der Energiebeschaffung von Unternehmen oder sogar beim Energieeinkauf von Privatkunden verwendet. Dabei ist ein Energiebroker ein unabhängiger Vermittler zwischen Verkäufern und Einkäufern: Er vermittelt Verträge und stellt oft auch Online-Plattformen bereit. Das Ziel ist es, für jeden Kunden den passenden Liefervertrag zu finden – unter Berücksichtigung von Marktpreisen, Risiken und individueller Verbrauchsstruktur. Der Broker vergleicht verschiedene Energielieferanten, um Kostenvorteile zu erzielen.
Die Energiepreise schwanken stark – vor allem durch die Energiewende, die Einbindung erneuerbarer Energien und geopolitische Einflüsse. Diese Entwicklungen machen den Markt komplex und unberechenbar.
Ein Energiebroker verschafft Transparenz. Für viele Unternehmen ist er damit ein entscheidender Partner im modernen Energiemanagement.
Ein moderner Energiebroker oder Energiedienstleister bietet weit mehr als nur den Vergleich von Stromtarifen. Zu den typischen Leistungen gehören:
Broker unterstützen Geschäftskunden bei der Energiebeschaffung für Strom und Gas. Sie erstellen professionelle Ausschreibungen, holen Angebote von verschiedenen Energielieferanten ein und verhandeln die Konditionen. Außerdem entwickeln sie individuelle Beschaffungsstrategien, die sich an Marktchancen und Risikobereitschaft des Kunden orientieren. Im Rahmen des Vertragsmanagements überwachen sie Laufzeiten, Vertragsoptionen und Preisbindungen, um rechtzeitig reagieren zu können.
Moderne Broker nutzen digitale Tools für Monitoring, Verbrauchsanalyse und Bedarfsermittlung.
Dadurch lassen sich Energieverbräuche optimieren und Einsparpotenziale sichtbar machen.
Ein zentraler Vorteil ist die Energiepreisoptimierung. Broker haben direkten Energiemarktzugang und können dadurch Konditionen anbieten, die für einzelne Unternehmen nicht erreichbar wären.
Mit einem aktiven Energieportfoliomanagement steuert der Broker Preisrisiken, verteilt Einkäufe auf verschiedene Zeiträume und nutzt Hedging, um Preisschwankungen abzusichern. So wird Energie zu einem planbaren Kostenfaktor statt zu einem Risiko.
Die Zusammenarbeit mit einem Energiebroker folgt einem klaren Ablauf:
Ein Energiemakler arbeitet unabhängig von Energieversorgern und handelt im Interesse seiner Kunden. Er ist also ein Partner auf Augenhöhe.
Durch seinen Energiemarktzugang kennt der Broker Preise und Entwicklungen. Diese Markttransparenz ermöglicht fundierte Entscheidungen.
Durch gezielte Energiepreisoptimierung und Nutzung von Großhandelskonditionen können Energiekosten oft gesenkt werden.
Professionelles Risikomanagement schützt Unternehmen vor Preisspitzen. Mit Hedging-Strategien lassen sich künftige Preise teilweise absichern.
Der Broker übernimmt komplexe Aufgaben wie Ausschreibungsmanagement oder Vertragsmanagement – Unternehmen sparen Zeit und interne Kapazitäten.
Wer einen Energiebroker beauftragt, sollte auf einige Punkte achten:
Ein Strombroker ist ein Energiebroker, der sich auf die Strombeschaffung spezialisiert hat. Er beobachtet den Strommarkt, analysiert Entwicklungen an Spotmarkt und Terminmarkt und berät Kunden beim optimalen Einkaufszeitpunkt.
Für wen lohnt sich ein Strombroker?
Ein Gasbroker kümmert sich um die Gasbeschaffung am Gasmarkt. Er führt Ausschreibungen durch, vergleicht Anbieter und verhandelt Lieferverträge. Dabei nutzt er aktuelle Informationen von den europäischen Gasbörsen und Trading Hubs, um optimale Einkaufspreise zu erzielen. Gasbroker unterstützen zudem beim Risikomanagement und helfen, langfristige Verträge mit flexiblen Mengenregelungen zu gestalten.
Für wen lohnt sich ein Gasbroker?
Ein Strombroker oder Gasbroker konzentriert sich auf die Preis- und Beschaffungsseite – also auf den Einkauf von Energie am Markt. Ein Energieberater hingegen analysiert den Verbrauch und hilft, die Energieeffizienz zu verbessern. Beide arbeiten oft Hand in Hand: Der Energieberater reduziert den Bedarf, während der Energiebroker für günstigere Einkaufspreise sorgt. Gemeinsam schaffen sie eine nachhaltige und wirtschaftliche Energieberatung, die Unternehmen umfassend unterstützt.
Wenn man einen Broker sucht, muss man zunächst die unterschiedlichen Arten von Brokern unterscheiden. Der Broker im Großhandel ist Vermittler von Energie oder Zertifikaten im bilateralen Over-the-Counter-Handel. Der Broker für Endkunden berät Unternehmen oder Privatkunden bei der Auswahl des passenden Energieanbieters.
Einen Überblick zeigt diese Tabelle:
| Merkmal | Energiebroker Retail (B2B/B2C) | Energiebroker Großhandel |
|---|---|---|
| Kunde | Verbraucher: Bäckerei bis Aluminiumhütte. Oft Laien im Energiemarkt, die Expertenrat brauchen | Institutionen: Energiehändler, Banken, Versorger, Hedgefonds. Profis im Energiemarkt, die selbst handeln. |
| Ziel | Energiekosten senken, Verträge optimieren | Liquidität finden, Verträge abschließen |
| Marktplatz | Endkundenmarkt (Vertrieb) | Großhandelsmarkt (OTC) |
| Vergütung | Provision vom Versorger oder Honorar | Brokerage Fee pro gehandelter MWh |
| Beispiele | lokale Maklerbüros, Verivox, Check24 | TP ICAP, Griffin Markets, Tradition |
Der Begriff Energiebroker mein zwei sehr unterschiedliche Geschäftsfelder: Der Broker im Großhandel bringt Käufer und Verkäufer - zum Beispiel Erzeuger und Versorger - zusammen. Er ist per Voice mit vielen Trading-Abteilungen verbunden oder bietet Online-Plattformen, die die Mengen im Strom- oder Gashandel darstellen. Dies sorgt für die Transparenz und Liquidität.
Ein Energiebroker für Gewerbe und Privatkunden stellt Preisvergleiche an und ist ein strategischer Partner im Energieeinkauf. Er sorgt für Markttransparenz, Planungssicherheit und Kostenoptimierung.
Ob Strombroker, Gasbroker oder Energiemakler – sie alle helfen, Energie professionell, sicher und wirtschaftlich zu handeln oder zu beschaffen.