Sanbank Schallschutz im Wasser

Sandbank: Offshore-Bauarbeiten mit neuem Schallschutzkonzept

90 Kilometer vor Sylt hat Anfang Juli 2015 mit dem ersten Fundament-Rammschlag der Bau des Offshore-Windparks Sandbank begonnen. Gearbeitet wird an dem Projekt aber schon deutlich länger: Zu den zahlreichen vorbereitenden Maßnahmen gehört vor allem die Entwicklung eines effektiven Schallschutzsystems.

Oktober 2015

Dem offiziellen Baustart gehen bei gigantischen Projekten wie Offshore-Windparks schon weit im Vorfeld jede Menge Arbeitsschritte voraus. Vieles dreht sich darum, das sensible Gleichgewicht des Ökosystems Meer nicht zu stören. Hier gilt es, strenge Richtlinien einzuhalten – ganz weit oben steht dabei der Schutz des lärmempfindlichen Schweinswals. Wie lässt sich das Setzen der Pfähle für die Windenergieanlagen so gestalten, dass der Schweinswal wie auch andere Meeresbewohner so wenig wie möglich beeinträchtigt werden? Mit dieser Frage setzt sich das Offshore-Team bei Vattenfall intensiv auseinander.

 

Neue Technologie zur Schalldämmung

In dem noch jungen Geschäftsfeld Offshore ist das ein lebendiger Prozess, in dem die Forschungsarbeit sich permanent weiterentwickelt. Bei DanTysk, dem Vorgängerprojekt von Sandbank, wurde noch ausschließlich ein sogenannter Blasenschleier eingesetzt. Dabei dämpfen künstlich erzeugte Luftblasen aus unter Wasser verlegten Schläuchen den Schall der Fundament-Rammungen.

Aus den bisher gesammelten Erfahrungen konnte für Sandbank ein weiter fortgeschrittenes Konzept erarbeitet werden: der Blasenschleier kombiniert mit Hydroschalldämpfer-Technologie. Vorstellen kann man sich dies wie eine Art Fischernetz, das um den Pfahl herum abgesenkt wird. Im Netz eingebaute schaumstoffartige Elemente dämmen den Unterwasserschall direkt am Fundament. Die Verbindung beider Systeme ermöglicht eine Dämmung im breiten Frequenzbereich der Schallentstehung.

 

Engagement für den Schutz der Schweinswale

Ein umfangreiches Wissen über die Meeresbewohner und Maßnahmen zu ihrem Schutz ist der Schlüssel, um den Ausbau der Offshore-Windkraft im Einklang mit dem marinen Umfeld fortsetzen zu können. Deshalb initiiert und beteiligt sich Vattenfall aktiv an der Forschungsarbeit. Im Rahmen von DEPONS versucht Vattenfall mit weiteren Windparkbetreibern und in Kooperation mit der Universität Aarhus in verschiedenen Projekten herauszufinden, wie sich der Bau von Offshore-Windparks auf das Verhalten von Schweinswalen auswirkt.

 

Windparkgebiet mit hohem Erzeugungspotenzial

Sandbank ist der zweite große Offshore-Windpark, den Vattenfall gemeinsam mit den Stadtwerken München in der deutschen Nordsee realisiert – in direkter Nachbarschaft zum Windpark DanTysk. Nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2017 soll er klimafreundlichen Strom für mehr als 400.000 Haushalte erzeugen. Das Windparkgebiet Sandbank ist in den kommenden Jahren erweiterbar und bietet insgesamt eine Kapazität für rund 500 Megawatt installierter Leistung. Mit einem Erzeugungspotenzial dieser Größenordnung könnten mehr als eine Million Haushalte in Deutschland mit grüner Energie versorgt werden.

Sandbank – Zahlen und Fakten
  • Lage: 90 Kilometer vor der Küste Sylts
  • ​Fläche: 60 Quadratkilometer
  • Gesamtleistung: 288 Megawatt
  • Produktion: 1,4 Terawattstunden pro Jahr (für eine Versorgung von mehr als 400.000 Haushalten)
  • Windenergieanlagen: insgesamt 72 der 4-MW-Klasse von Siemens
  • Wassertiefe der Fundamente (Monopiles): 24 bis 34 Meter
  • Geplante Fertigstellung: 2017​

 

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