PPAs als strategischer Baustein für den Industriestrompreis –
Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern

Mit der Veröffentlichung der Förderrichtlinie zum Industriestrompreis ist der regulatorische Rahmen nun gesetzt. Doch die zentrale Frage lautet: Wie sichern Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit auch über die Förderung hinaus? Die Antwort ist im Förderdesign angelegt – und führt damit auch zu Power Purchase Agreements (PPAs).

Juni 2026

Wie war das nochmal mit dem Industriestrompreis? 

Wir haben bereits im letzten Jahr über die erwartete Förderung informiert.[1] Die wichtigsten Informationen hier noch einmal im Überblick:

  • Gefördert werden bis zu 50 Prozent des Großhandelsstrompreises (Referenzpreis), bis zu einem Zielpreis von 50 Euro/MWh, bzw. 5 Cent/kWh.
  • Der Referenzpreis ist der gemittelte EEX German Power Base Year Future, des dem jeweils zum Abrechnungsjahr vorangehenden Jahres
  • 50 Prozent des Stromverbrauches sind in den Jahren 2026-2028 beihilfefähig
  • Auch indirekte Stromverbräuche von Chemieparks können entlastet werden
  • Zielunternehmen umfassen klassisch energieintensive Branchen
  • Die Antragsstellung erfolgt erstmalig rückwirkend ab Anfang 2027 für das Jahr 2026
  • Gegenleistung: 50 Prozent der Beihilfen müssen innerhalb von 48 Monaten in Dekarbonierungsmaßnahmen reinvestiert werden. Investitionen in Flexibilisierung des Verbrauchs werden zusätzlich gefördert.
  • Beispiel: Bei einem Referenzpreis von rd. 8,75 Cent/kWh für das Abrechnungsjahr 2026 ergibt sich (unter Beachtung der Preisuntergrenze von 5 Cent/kWh) eine Entlastungshöhe von rd. 3,75 Cent /kWh für 50 Prozent des Stromverbrauchs. Bei Erhalt des Flexibilitäts-Bonus beträgt die Entlastungshöhe 4,1 Cent/kWh).[2]
  • Eine Kombination mit der Strompreiskompensation ist nach aktuellen Angaben von Bundeswirtschaftsministerien Katherina Reiche für das Jahr 2026 vorbehaltlich des Haushaltes ebenfalls möglich.[3]

 

Welche Unternehmen haben Anspruch?

Beihilfeberechtigt sind 91 (Teil-)Sektoren mit Unternehmen für Produktionsstätten („Abnahmestellen“), die dem Anhang I Teilliste 1 der Klima-, Umweltschutz- und Energiebeihilfeleitlinien (sog. KUEBLL-Liste; S. 84-86) zugeordnet werden.[4] Dazu gehören:

  • Teile der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren,
  • Teile der Herstellung von chemischen Erzeugnissen (z.B. Industriegase),
  • Teile der Glas- und Keramikherstellung,
  • Teile der Metallerzeugung, wie die Herstellung von Schmiede- und Stanzteilen sowie Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung, 
  • Teile der Nahrungsmittelindustrie,
  • die Herstellung von Zement,
  • die Halbleiterfertigung,
  • Teile der Papierherstellung,
  • Teile des Maschinenbaus,
  • Teile der Gewinnung von Steinen und Erden.

Gegebenenfalls kommen weitere Sektoren dazu.

So werden PPAs von einer Pflichtmaßnahme zum Wettbewerbsvorteil

Die Förderrichtlinie nennt ausdrücklich neue PPAs mit Erneuerbaren-Energien-Anlagen als zulässige Dekarbonisierungsmaßnahme. Für viele Unternehmen ist das nicht nur der einfachste, sondern auch ein wirtschaftlich sinnvoller Weg, die Beihilfevoraussetzungen zu erfüllen.

Denn nicht jedes Unternehmen kann:

  • kurzfristig eigene Investitionsprojekte aufsetzen,
  • laufende Maßnahmen fristgerecht anpassen,
  • oder bereits abgeschlossene Projekte nochmals anrechnen lassen.

Ohne geeignete und nachweisbare Gegenmaßnahmen können Rückforderungen oder Kürzungen der Beihilfe drohen.

 

Warum PPAs heute mehr leisten als nur Dekarbonisierung

Für stromintensive Unternehmen mit hohem Grundlastbedarf bieten PPAs weit mehr als einen Dekarbonisierungs-Effekt:[5]

  • Langfristige Preisstabilität und Schutz vor Marktpreisvolatilität
  • Langfristige Planbarkeit der Strombeschaffung und Absicherung gegen Marktpreisvolatilität
  • Planungsgrundlage für Investitionen und Produkte
  • Erfüllung der Beihilfevoraussetzungen aus dem Industriestrompreis
  • Erfüllung zukünftiger Anforderungen an die Industrie

Professionell strukturiert lassen sich PPAs innerhalb einiger Monate abschließen. Der Belieferungsstart wird je nach Anforderungen des Kunden und Projektzeitplans der Anlage abgestimmt. Damit wirken PPAs dauerhaft über den Industriestrompreis hinaus. Gerade für Branchen mit langfristigen Kostenstrukturen sind sie ein zentrales Instrument eines modernen Stromeinkaufs.

Wichtig: Als beihilfefähig gelten neu abgeschlossene PPAs, die der Finanzierung neuer oder modernisierter Erneuerbaren-Anlagen dienen. Weitere Details finden sich neben der Förderrichtlinie auch auf einer umfangreichen Seite des BAFA.[6]

 

Vattenfall: PPAs, die Förderung und Versorgungssicherheit verbinden

Vattenfall verfügt über ein umfangreiches Portfolio geplanter und im Bau befindlicher Erneuerbare‑Energien‑Anlagen in Deutschland – von PV‑Parks bis zu Offshore‑Windprojekten. PPAs sind dabei ein zentrales Finanzierungsinstrument und erfüllen die Anforderungen der Förderrichtlinie zum Industriestrompreis.

Für Abnehmer bedeutet das:

  • beihilfekonforme Umsetzung
  • langfristig wettbewerbsfähige Strompreise
  • verlässliche Partnerschaft mit einem erfahrenen Erzeuger

Nutzen Sie den Industriestrompreis als Startpunkt – und sichern Sie sich mit einem PPA langfristig Erneuerbare Energie zu kalkulierbaren Preisen.

 

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[1] https://energysales.vattenfall.de/publikationen/artikel/der-industriestrompreis-kommt-grundsaetze-des-entwurfs-und-moeglichkeiten-fuer-vattenfall-kunden

[2] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/P-R/pressepapier-zum-industriestrompreis.pdf?__blob=publicationFile&v=6F_de

[3] Stand 10.06.2026, s. z.B. https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/energie-reiche-verkuendet-freigabe-fuer-weitere-entlastung-beim-strompreis/100230638.html

[4] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/P-R/pressepapier-zum-industriestrompreis.pdf?__blob=publicationFile&v=6

[5] S. dazu auch unseren Artikel über PPAs für Rechenzentren: https://energysales.vattenfall.de/publikationen/artikel/rechenzentren-und-ppas-strategische-strombeschaffung-mit-substanz

[6] https://www.bafa.de/DE/Energie/Indurstriestrompreis/industriestrompreis_node.html