Offshore-Wind zum Staunen:
Vattenfall baut den weltweit größten Offshore-Windpark

Wer künftig in der schönen niederländischen Küstenregion zwischen Zandvoort und Scheveningen Urlaub macht, wird Interessantes entdecken: Nur 18-36 Kilometer vor der Küste entsteht der weltweit größte Offshore-Windpark.

Oktober 2020

Der Windpark Hollandse Kust Zuid hat viele Superlative zu bieten: 140 Turbinen, verteilt auf 225 Quadratkilometer, 225 Meter hohe Windräder sowie Rotorblätter, die mit 94 Metern fast so lang sind wie ein Fußballfeld. Allein das sind erstaunliche Zahlen. Wenn man sich die Technik aber genauer anschaut, wird es noch interessanter: Was hier verbaut wird, sind die leistungsstärksten bisher eingesetzten Turbinen. Die Energieausbeute der 11-MW-Anlagen von SiemensGamesa ist gegenüber ihrem Vorgängermodell um 30 Prozent höher und der Windpark wird 1.500 Megawatt grünen Strom erzeugen. „Das ist mehr, als zwei Millionen niederländische Haushalte pro Jahr verbrauchen“, erläutert Guido Schild aus unserem holländischen Offshore-Team. „Und das alles ohne Förderung.“

Auch der Zeitplan ist ambitioniert: 2019 wurde der Meeresboden untersucht. Im Sommer 2020 fanden die ersten Tests mit einem Mockup der Fundamente statt, so dass deren Fertigung im kommenden Frühjahr starten kann und schon im kommenden Sommer gut 40 Fundamente errichtet werden. Nach einer kurzen Winterpause startet ab März 2022 die Installation weiterer Fundamente, Seekabel und Turbinen. Um den Windpark auch rechtzeitig anschließen zu können, hat der Netzbetreiber TenneT bereits begonnen, die Plattformen auf See und die Landstation zu bauen. Spätestens im Sommer 2023 sollen dann alle Turbinen Strom produzieren.

 

Höchste Priorität: Umweltschutz


Jede Form der Energieerzeugung bedeutet immer auch Eingriffe in die Natur, leider. „Aber Windkraft ist das Beste, was wir aus der Natur herausholen können – daher priorisieren wir ihren Schutz bei all unseren Aktivitäten“, betont Guido Schild. Da er selbst von einer Umweltschutzorganisation zu Vattenfall wechselte, weiß er genau, wovon er spricht. Schon während des Baus gelten strenge Regeln: Zum Beispiel sind Schweinswale sehr geräuschsensibel, und wenn sie den Arbeiten zu nah kommen würden, könnte ihr Gehör beschädigt werden. Daher setzt das holländische Offshore-Team ein Gerät ein, dessen Geräusch die kleinen einheimische Wale nicht mögen. Das Ergebnis: Sie halten Abstand.

Um Abstand geht es auch in der Luft: Vattenfall-Studien in England haben gezeigt, dass sehr wenige Seevögel den Turbinen so nah kommen, dass sie sich gefährden würden. Ob sich Fledermäuse bei ihren Reisen nähern, können wir anhand von Windrichtung, Windstärke und Temperatur vorhersagen und dann die Geschwindigkeit der Windräder extrem drosseln. Am Meeresgrund soll die Biodiversität sogar ausgebaut werden, denn auf dem sandigen Boden können Fundamente und Pfeiler einen zusätzlichen Lebensraum für Algen, Anemonen und Muscheln bilden, die wiederum Krabben und Fische anlocken.

 

Warum Vattenfall?


Bei der Frage, warum Vattenfall den Zuschlag erhalten hat, muss Guido Schild schmunzeln: „Auch andere Unternehmen wollten den Park ohne Förderung realisieren“, erläutert er. „Aber für uns sprach, dass wir mit vielen Lieferanten bereits Verträge hatten und schon gut mit ihnen zusammengearbeitet haben. Auch dass wir als Handelshaus den gesamten Strom selbst abnehmen und dann verschiedene Kunden damit beliefern können, sprach sicherlich für uns.“

Außerdem habe sich Vattenfall während der Ausschreibung sehr flexibel gezeigt: Zu Beginn sei nämlich mit 10-MW-Turbinen gerechnet worden, doch als SiemensGamesa grünes Licht für die 11-MW-Variante gab, reagierte das Projektteam schnell, rechnete neu und versah das Angebot mit dem Turbine-Upgrade. Im Ergebnis braucht der Windpark zehn Turbinen weniger, was geringere Investitionen und Instandhaltungskosten bedeutet – und den Eingriff in die Natur verringert.


Sie haben Fragen zum Windpark Hollandse Kunst Zuid? Sprechen Sie uns gern an!

renewables@vattenfall.de


Zur Artikel-Übersicht