Epic view car driving over bridge north Sweden

Marktausblick

Fast alle Commodities waren zunächst ruhig ins Jahr gestartet und selbst die niedrigen Temperaturen in Deutschland hatten keine großen Auswirkungen auf die Preise. Doch mit dem Krieg und den Angriffen auf Energie-Infrastruktur im Iran sowie der Blockade der Straße von Hormus wendete sich das Blatt.

März 2026

Zu Beginn des Jahres 2026 zeigten sich die Preise für fast alle Commodities noch neutral bis leicht bearish. Selbst die Kälteperiode konnten den Markt nicht stützen, da die steigenden LNG-Kapazitäten keine Nervosität zuließen. Zudem sorgte die gedämpfte Stimmung in der deutschen Wirtschaft dafür, dass auf der Bedarfsseite kein erhöhter Anstieg beim Gas- und Stromverbrauch zu erwarten ist. In der Folge schwächelten auch die Preise für Emissionszertifikate (European Union Allowances, EUA), die bis Ende Februar ca. 18 EUR/Tonne an Wert verloren. Das Strom-Base für 2027 handelte im Februar zwischen 76 und 84 EUR/MWh.

 

Preissprünge nach Kriegsbeginn

Doch der Beginn des militärischen Konfliktes zwischen Israel, USA und Iranam 28. Februar war eine Zäsur an den Energiemärkten. Besonders deutlich war die Reaktion bei den Strom- und Gasforwards, da sich die geopolitische Risikoprämie unmittelbar in diesen Produkten widerspiegelte. Die Preise reagierten zu Beginn sehr bullish, was auf eine Neubewertung der Versorgungssicherheit in Europa hindeutete. Zurecht, denn mit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen kam es zu einer erheblichen Beeinträchtigung der LNG-Ströme aus dem Persischen Golf. Am Gasmarkt reagierten die Spot- und Monatsprodukte besonders stark, während die Jahresprodukte weniger ausgeprägt zulegten. Diese Differenz deutet an, dass der Markt kurzfristig von Versorgungsstress ausgeht, mittel- bis langfristig jedoch weiterhin auf den LNG-Kapazitätsausbau und politische Gegenmaßnahmen setzt. Das Strom-Base für 2027 handelt derzeit bei 92 EUR/MWh (Stand 18. März).

 

Ölpreis über 100 Dollar pro Barrel

Am größten waren die Auswirkungen des Krieges auf den Ölpreis. Am Tag nach Kriegsbeginn reagierte der Ölmarkt abrupt: Die Sorte Brent sprang innerhalb weniger Handelstage von etwa 70–75 USD/Barrel auf deutlich über 100 USD/Barrel, zeitweise wurden 115–120 USD/Barrel erreicht. Damit lag der Anstieg bei fast 50 Prozent. Haupttreiber waren die faktische Blockade der Straße von Hormus, Angriffe auf Energie-Infrastruktur in der Golfregion sowie massive Unsicherheit über physische Lieferausfälle. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels passieren den Golf von Hormus. Obwohl es nach den ersten Preisspitzen zu leichten Korrekturen kam und strategische Ölreserven freigegeben wurden, blieb der Markt sehr volatil.

 

Ausblick

Das erste Quartal 2026 unterstreicht die gestiegene geopolitische Sensitivität der europäischen Energiemärkte. Während die Preisentwicklung bis Ende Februar relativ kontrolliert verlief, führte die Eskalation im Nahen Osten zu einem abrupten Re-Pricing insbesondere bei Gas- und Stromprodukten. Aktuell hat sich der Energiekomplex wieder von den Höchstwerten verabschiedet, bleibt aber auf einem signifikant höheren Niveau als vor dem militärischen Konflikt.

 

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