Bild auf der Bühne - Hochspannungsleitungen

Herausforderung Redispatch 2.0

Redispatch 2.0 sollte am 1. Oktober starten, doch Anlagen- und Netzbetreiber stehen vor schwierigen Aufgaben – weshalb kurzfristig eine Übergangslösung vereinbart wurde. Wir skizzieren, welche Herausforderungen Netzbetreiber haben, wie der Übergang aussieht und welche Möglichkeiten der Intraday-Markt bietet.

November 2021

Mit dem Start von Redispatch 2.0 sind Netzbetreiber unter anderem für den bilanziellen Ausgleich ihrer Redispatch-Maßnahmen verantwortlich. Dafür müssen sie unter anderem offene Positionen im Redispatch-Bilanzkreis ausgleichen – und dies jeweils für eine Vielzahl von Erzeugungsanlagen und Speichern. Denn während Redispatch zuvor nur für Anlagen ab 10 MW galt, werden nun alle Anlagen ab 100 KW sowie fernsteuerbare Anlagen einbezogen. Dies soll dazu beitragen, Netzengpässe zu vermeiden, die Kosten für Netzsicherheitsmaßnahmen zu reduzieren und die Planbarkeit der Maßnahmen und der dazugehörigen Prozesse zu erhöhen.

 

Übergangslösung

Doch nach dem eigentlichen Inkrafttreten von Redispatch 2.0 stehen viele betroffene Unternehmen noch immer vor schwierigen Aufgaben. Laut energate ist für Netzbetreiber u. a. die Aufgabe des Ausgleichs von Redispatch-Bilanzkreisen problematisch – so problematisch, dass für die Zeit ab 1. Oktober eine Übergangslösung vereinbart wurde: Diese gilt bis zum 28. Februar 2022 und wird anschließend durch einen dreimonatigen Testbetrieb abgelöst. Spätestens zum 1. Juni findet dann der vollumfängliche Start von Redispatch 2.0 statt.

Folgendes regelt die Übergangslösung: Wenn ein Netzbetreiber basierend auf Redispatch 2.0 eine Maßnahme für eine bestimmte Anlage abruft, muss er hierfür zunächst noch keinen bilanziellen Ausgleich durchführen. Mitte 2022 wird den Netzbetreibern diese Aufgabe dann aber doch übertragen; spätestens dann ist der Netzbetreiber also auch für den bilanziellen Ausgleich bei Redispatch-Maßnahmen verantwortlich und muss offene Positionen im Bilanzkreis ausgleichen.

 

Möglichkeiten mit Algo-Trading

Aufgrund der Einbeziehung vieler kleinerer Anlagen wird es für Anlagen- und Netzbetreiber immer interessanter, nach neuen Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. Die Antwort bietet der Intraday-Markt, denn der wird immer liquider: Energievolumen, Volatilität und die Vielzahl an handelbaren Produkten steigen. Intraday können vor allem regelmäßige und kurzfristige Schwankungen in der Erzeugung oder im Verbrauch von Strom ausgeglichen werden. Doch die Anforderungen sind hoch und mit rein menschlichem Trading-Geschick kaum erfüllbar.

Mit dem ​​→ „Position Closer“ von Vattenfall lässt sich genau diese Aufgabe marktpreisschonend bewältigen, denn der speziell für diese Anforderung entwickelte Algorithmus schließt offene Positionen automatisiert. Über eine Standard-Schnittstelle werden Daten wie der Zeitraum und die zu schließende Position übermittelt und der Algorithmus handelt nach diesen Vorgaben. Über die gleiche Schnittstelle wird das Ergebnis – also die gehandelten Positionen – zurückgespielt. So lassen sich auch ohne 24/7-Bereitschaft Bilanzkreistreue gewährleisten und das Ausgleichenergierisiko reduzieren.

 

Vattenfall unterstützt Sie gerne!

Auch über den Handel hinaus unterstützen wir Sie in Kombination mit einem Direktvermarktungsvertrag gern beim Redispatch 2.0 und übernehmen Ihre zusätzlichen Aufgaben. Sei es die Rolle als Einsatzverantwortlicher (EIV) oder die des Betreibers der technischen Ressource (BTR) – fragen Sie gern nach. Wenn Sie weitere Informationen benötigen, schauen Sie auf unsere Internetseite zum Thema → Redispatch 2.0.

 

Sie haben Fragen zu Redispatch 2.0? Sprechen Sie uns gern an!

energysales@vattenfall.de

 


Zur Artikel-Übersicht