Stahlwerk

CO2-freie Stahlproduktion – kann das funktionieren?

Genau dieser Frage geht Vattenfall aktuell zusammen mit dem schwedischen Stahlkonzern SSAB und dem Bergbaukonzern LKAB nach. Getestet wird ein Verfahren, bei dem Wasser statt CO2 emittiert wird.

Oktober 2017

Bei der Herstellung von Stahl fallen große Mengen an Kohlendioxid an. Wie viel, zeigt die Tatsache, dass der Stahlkonzern SSAB mit jährlich knapp fünf Millionen Tonnen der größte CO2-Emittent Schwedens ist. Der Plan des Landes, bis 2040 kohlendioxidfrei zu werden, kann ohne gravierende Veränderungen in der Stahlproduktion nicht aufgehen. Dafür gibt es jetzt eine zukunftsweisende Idee: In den Hochöfen soll statt Koks Wasserstoff verwendet werden. Als Restprodukt würde dabei nur Wasser zurückbleiben.

 

Starkes Trio nutzt optimale Bedingungen

Aus der Idee ist mittlerweile ein Entwicklungsprojekt entstanden, an dem neben SSAB auch Vattenfall und der Bergbaukonzern LKAB beteiligt sind. Ein starkes Trio an einem einzigartigen Standort: Mit seiner innovativen Stahlindustrie, dem Zugang zu Strom aus regenerativen Quellen und hochwertigem Eisenerz bietet Nordschweden besonders günstige Voraussetzungen, um das Vorhaben zum Erfolg zu führen.

 

Naturkräfte decken Strombedarf

Das Projekt erforscht, ob bei der Prozessstufe der Eisenerzreduktion Wasserstoff anstelle von Kohlenstoff genutzt werden kann. Dies würde die Hauptursache für die CO2-Emissionen beseitigen. Allerdings benötigt die so genannte Direktreduktion im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren mit Koks zusätzliche elektrische Energie, zudem muss der Wasserstoff energieaufwändig erzeugt werden.

Hier kommt Vattenfall ins Spiel: Wasser- und Windenergie aus den Naturkräften vor Ort sollen den notwendigen Strom liefern. „Es ist sehr befriedigend, an einer Initiative mit dem Ziel mitzuwirken, die Zukunft eines der wichtigsten schwedischen Industriezweige zu sichern, indem fossile Brennstoffe in der Stahlerzeugung durch kohlendioxidfreien Strom ersetzt werden“, sagt Vattenfall CEO Magnus Hall.

 

Marktreife bis 2030 möglich

Aktuell arbeiten die drei Partner an der Vorstudie, die dann in ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm im Rahmen eines Pilotprojekts übergeht.

Läuft alles nach Plan, könnte die Technologie Anfang der 2030er Jahre eingeführt werden.

 

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