Vor 20 Jahren

Seit vielen Jahren schreiben wir für unsere Kunden Newsletter. Daher haben wir in unseren Archiven gekramt und möchten Ihnen regelmäßig spannende und amüsante Rückblicke auf die Energiewirtschaft und auf Deutschland vor 20 Jahren bieten.

Juni 2026

Ein Blick zurück zeigt, wie rasant sich die Energiebranche in zwei Jahrzehnten gewandelt hat. Werfen wir gemeinsam einen Blick auf die Entwicklung – und auf das, was 2006 energiewirtschaftlich bewegte.

Juni 2006:

  • Früher gab es auch schon Krisen: Anfang Juni 2006 erreichte der Preis für das Barrel Rohöl angesichts der Äußerungen des geistlichen Oberhauptes des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, mit 73,70 USD ein Rekordniveau. Der Ayatollah hatte erklärt, dass Öllieferungen aus der Region im Falle eines amerikanischen Angriffs auf den Iran ernsthaft gefährdet seien. Er fügte hinzu, dass die USA nicht in der Lage sein würden, sämtliche Schiffe in der Straße von Hormus zu schützen. Zuvor hatte der Iran betont, die Ölvorkommen nicht als Waffe im Atomstreit einsetzen zu wollen. Gegenwärtig notiert das Barrel Rohöl der Sorte Brent für den Frontmonat bei 97,81 USD und ist damit etwa 25 USD/bbl höher als vor 20 Jahren.
  • … und Entlastungen: Im Juni 2006 wollte die Bundesregierung die stromintensive Industrie von den Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien entlasten. Demnach sollte die Bundesnetzagentur künftig kontrollieren, dass Energieversorger keine überhöhten Stromkosten für erneuerbare Energien berechnen. Damals lag der Anteil der Erneuerbaren am Stromerzeugungsmix bei 12 Prozent – nach Kernkraft mit 27 Prozent, Braunkohle mit 23 Prozent, Steinkohle mit 21 Prozent und Erdgas ebenfalls mit 12 Prozent. Der Base Preis für das Cal 2007 lag am 2. Juni 2006 bei 53,45 EUR/MWh. Im Mai 2026 betrug der Anteil erneuerbaren Energien ca. 76,7 Prozent und der Schlusskurs für eine Base-Lieferung im Jahr 2027 betrug am 2. Juni 2026 94,66 EUR/MWh.

Was sonst noch geschah:

  • Deutschlands Sommermärchen begann: Mit der Partie Deutschland – Costa Rica startete am 9. Juni 2006 die 18. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer. In zwölf deutschen Städten spielten 32 Nationen bis zum 9. Juli um den Titel. Im ersten Spiel siegte die deutsche Nationalmannschaft 4:2 und belegte am Ende des Turniers den 3. Platz nach einem 3:1-Sieg gegen Portugal.
  • Heimlich, still und leise: Nachdem der Bundestag im Mai 2006 die Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent zum 1. Januar 2007 beschlossen hatte, stimmte im Juni auch der Bundesrat der umfangreichsten Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik zu.
  • Besser spät als nie: Der Deutsche Bundestag beschloss ein Verbraucherinformationsgesetz für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände sowie ein Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, umgangssprachlich auch Antidiskriminierungsgesetz genannt.

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März 2006:

  • Während der Base-Preis für das Kalenderjahr Cal 2007 Ende November 2005 noch bei 45 Euro/MWh gelegen hatte, stieg der Preis für dasselbe Produkt bis Ende März 2006 – also vor rund 20 Jahren – bis auf 57,40 Euro/MWh an. Zum Vergleich: Der Schlusskurs für das jetzige Frontjahr Base Cal 2027 lag am 19.03.2026 bei 92,47 Euro/MWh. 
  • Die Preise für Emissionszertifikate (European Union Allowances, EUA) für das Cal 2006 und das Cal 2007 lagen Ende März 2006 zwischen 27 und 28 Euro/Tonne. Die heutigen EUA-Preise für das Cal 2026 und 2027 liegen mit 65 – 68 Euro/Tonne mehr als doppelt so hoch.
  • Am 30.03.2006 notierte der Gaspreis für das Cal 2007 an TTF bei 28,45 Euro/MWh. Am 19.03.2026 lagen die Schlusskurse für das Cal 2027 bei 38,87 Euro/MWh.
  • „Früher was alles besser“: In Turin werden am 26.02.2006 die XX. Olympischen Winterspiele mit einer Abschlussveranstaltung beendet. Die deutsche Mannschaft ist mit elf Gold-, zwölf Silber- und sechs Bronzemedaillen das erfolgreichste Team.
  • „Früher war doch nicht alles besser“: Der Bildungsexperte der UN-Menschenrechtskommission Vernor Muñoz Villalobos kritisiert im Februar 2006 das deutsche Bildungssystem. Hauptpunkte sind das dreigliedrige Schulsystem, die mangelnde Integration von Kindern mit Migrationshintergrund und der enge Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg.
  • „Es bleibt alles wie es ist“: Anfang Januar 2006 stellt der staatlich kontrollierte russische Energiekonzern Gazprom für einige Tage seine Gaslieferungen an die Ukraine ein, nachdem beide Staaten keine Einigung über eine Gaspreiserhöhung erzielen konnten. In der Bundesrepublik führt der Gasstreit zwischen Moskau und Kiew zu einer erneuten Diskussion über die Abhängigkeit von ausländischen Energiequellen.

 

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